Wandern und Bergsteigen im Raum Oberösterreich, Salzburg, Steiermark...
Endlich war es soweit ...
... ich hielt das Flugticket nach Korsika in der Hand.
Somit stand dem Trekkingabenteuer nichts mehr im Weg.
Pünktlich landeten wir (Christa, Andi, Rosa, Toni und ich) kurz nach 8 Uhr in Calvi.
2 Taxi's brachten uns rasant zu unserem Startpunkt -> zur Auberge "Foret de Bonifatu".
Warten auf Taxi Nr.2
Bevor es wirklich los ging, stärkten wir uns noch mit Nutellabaguette und Kaffee.
Um 10 Uhr ging es dann wirklich los ...
Etappe 1: Auberge Foret de Bonifatu - Refuge de Carrozzu
(Aufstieg 725hm, Gehzeit: ~3 Std.)
Unsere erste Etappe ist die kürzeste aller Etappen. Zur "Akklimatisation" aber gerade recht :)
Nachdem der erste korsische Geocache gefunden war, legten wir bei der Hängebrücke über den Lamitu die erste Rast ein.
Nach gut 3 Std. erreichten wir das Refuge de Caruzzo (auf 1270m).
Nanu ? Alle Matratzen waren auf der Terrasse aufgestellt !?
Der Grund: Wanzenbefall !
Deswegen "durften" wir die erste Nacht gleich mal draussen im Zelt verbringen.
Zuvor wurde noch Bekanntschaft mit korsischer Suppe ...
... korsischem Wein
und korsischem Sonnenuntergang gemacht.
Etappe 2: Refuge Carruzzo - Haut Asco
(Aufstieg 825hm, Abstieg 665hm, Gehzeit: ~6 Std.)
Um 5:50 Uhr starteten wir unsere zweite Etappe.
Weil ich heute Morgen getrödelt hatte, durfte ich als Erster über die wackelige "Passerelle" (längste Hängebrücke am GR20).
Danach folgte ein langer Aufstieg durch eine beeindruckende Felskulisse hinauf zum...
Bocca die Muvrella (1985m)
Vom Schatten ins Licht - kurz vor der Bocca di Stagnu (2003m), dem höchsten Punkt unserer zweiten Etappe.
Schöner Blick auf den Monte Cinto (mit 2706m, der höchste Berg Korsikas)
Blick ins Asco Tal.
Der Abstieg nach Asco war anspruchsvoll. Vor allem mit einem 12-Kilo-Rucksack
Gleich zum Eingewöhnen - die wohl typischen Körperbewegungen und Schlafposition der nächsten Tage.
Gegen halb 2 Uhr erreichten wir Haut Asco (1422m).
Hier gab es keinerlei Wanzen, deswegen war auch keine "Zeltnacht" von Nöten.
Am Nachmittag machten wir eine 15minütige Wanderung zu einer ersten tollen Gumpe. Hier bekamen wir per SMS die erfreuliche Nachricht, dass Sabine in Vizzavona zu uns stoßen wird.
Das musste gefeiert werden. Am besten beim Abendessen im feinsten Ambiente.
Etappe 3: Haut Asco - Refuge Tighettu
(Aufstieg: 1150hm, Abstieg: 900hm, Gehzeit: ~7Std.)
Tag 3 begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang !
Es sollte eine anstrengende, aber auch eines der schönsten Etappen am GR20 werden.
Neben einer aufgelasssenen Skipiste führt der Weg zu Beginn noch sehr sanft ansteigend zum
Bocca "Altore" hinauf. Noch ein letzter Blick zurück ins Asco-Tal.
Dort zu diesem noch im Schatten liegenden Zacken wanderten wir hinauf.
Hier, am Bocca Tumasginesca (2183m) begann dann der technisch schwierigste Abschnitt des GR20.
Der "Cirque de la Solitude".
Man klettert 300hm steil hinab in das Tal der Einsamkeit. Ausrutschen strengstens verboten.
dann wieder oft sehr steil und kettenversichert hinauf zum ...
Bocca Minuta (2218m)
Geschafft ! Am zweithöchsten Punkt des GR20.
Abstieg zum Refuge Tighettu (1683m).
Der Hüttenwirt der Tighettu meinte es gut mit uns. Seine Spaghetti schmeckten vorzüglich und weil wir so hungrig aussahen, bekamen wir auch noch eine zweite Schüssel
zusätzlich noch ein paar Stamperl von seinem "speziellen" Hüttenschnaps.
Was folgte war wohl die lustigste UNO-Partie des gesamten GR20 ...
Etappe 4: Refuge Tighettu - Col de Vergio
(Aufstieg 750hm, Abstieg 880hm, Gehzeit: ~7,5 Std.)
Der heutige Anstieg zum Bocca Fuggiale fiel nicht leicht.
War es der gestrige "Tighettu-Schnaps" der mir noch nachhing oder die bereits hohen Temperaturen am Morgen ?
Jedenfalls schwitzte ich viel und schnaufte ganz ordentlich hinauf zum...
Bocca di Foggiale (1962m)
Hier teilte sich unsere Gruppe kurzfristig. Andi und ich entschieden uns für die kürzere (aber nicht minder schöne) Variante zum Quellgebiet des Golo...
während die anderen einen größeren Bogen zum Refuge di i Mori machten.
Im Quellgebiet des Golos gibt es zwei beeindruckende Monolithen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen.
Hier hat der Golo (zweitlängster Fluss Korsikas) seinen Ursprung.
Während Andi und ich auf die anderen warteten gab es ein Entspannungsbad für meine Füße.
Kurze Zeit später entdeckten wir dann (wieder zu fünft) die wohl schönste Gumpe am GR20.
Am Weg zum Col di Vergio gab es noch unzählige andere Gumpen. Eine schöner als die andere.
Der letzte Weg zum Castellu di Vergio zog sich gewaltig. Erst gegen halb 4 Uhr erreichten wir schon ziemlich erschöpft das Hotel (Gite). Dort gab es auch die erste Begegnung mit dem in Korsika nicht selten vorkommendem Wildschwein.
In Castello di Vergio konnten wir uns sehr gut erholen.
Es gab sogar eine Warmwasserdusche und ein 1A-Abendmenü (für 23 Euro).
Etappe 5: Col de Vergio - Refuge Manganu
(Aufstieg: 650hm, Abstieg: 450hm , Gehzeit: ~6,5 Std.)
Nachdem ich heute Nacht geschlafen habe wie ein Stein, ging es ausgeruht, voller Freude und Wanderlust auf die nächste Etappe, die für mich persönlich in Summe wohl die schönste war.
Die erste Stunde ging es fast eben durch schönen Laubwald, wo wir erneut den Sonnenaufgang beobachten konnten.
Im Morgenlicht stiegen wir dann auf zur Bocca san Pedru (1452m) wo eine kleine Kapelle steht.
Es folgten von Wind geformte, sehr sonderbare Buchen...
Am höchsten Punkt unserer heutigen Etappe - die Bocca a Reta (1883m).
Rosa und Andi hatten scheinbar noch zu viel Energie und bestiegen, während die anderen pausierten, den Capu a u Tozzu (2007m)
Danach gings hinab zum Lac de Nino
Hier grasten ca. 2 Dutzend Pferde
Überall Ginster und Fingerhut
Den nächsten Halt gab es in der Bergerie des Inzecche.
Das Sandwich war jetzt nicht so der Hammer, dafür die Szenerie umso mehr.
Von hier aus konnte man schon unser Refuge sehen. Das Rafuge de Manganu.
Fast könnte man meinen in Schottland unterwegs zu sein und nicht mitten im Zentrum der korsischen Berge.
Nette Begrüßung. Hoffentlich gibt es was Gutes zu essen. Mein Magen knurrte nämlich schon wieder.
Eine nette Gumpe unterhalb der Brücke wurde jedenfalls gleich mal ausgekundschaftet :)
Der wohlgenährte Hüttenhund scheint so wie wir hundmüde zu sein.
Nach dem wir uns an der nahegelegenen Gumpe erfrischt hatten brachte der Hubschrauber Nachschub an Lebensmittel. Etliche Uno-Spiele später gab es dann endlich das schon ersehnte ...
Abendessen !
Ein paar Minuten nachdem die Sonne hinter dem Berg verschwand flüchteten alle rasch in die Hütte.
Es war schon etwas frisch und schließlich stand morgen eine anstrengende Etappe vor uns.
Etappe 6: Ref. Manganu - Ref. Pietra Piana
(Aufstieg: 880hm, Abstieg: 650hm, Gehzeit: ~7 Std.)
Pünktlich um 5:30 Uhr brachen wir heute auf.
Zunächst schien das Wetter sehr instabil zu sein.
Schnell ziehende Wolken über den Breche de Capitello
Konditionell war ich heute aber gut drauf und ich fühlte mich ausgeschlafen und fit.
Gut, denn das lose Blockwerk und Geröll war nicht angenehm zum Steigen.
Nach gut 2 Stunden erreichten wir dann den höchsten Punkt des GR20. Den Bocca a le Porte (2220m).
Ab nun heizte uns die Sonne ordentlich ein.
Wir stiegen zur Breche di Capitello ab und genießen hier die schönen Blicke hinab zum Lac de Melu.
Zwischen Col de Rinoso und Bocca Muzzella zeigten sich bei mir dann erste Ermüdungserscheinungen.
Der laaange Abstieg zur Pietra Piana Hütte ...
... zog sich dann noch ganz schön. Endlich - das Refuge in Sichtweite.
Nach der üblichen Kaltdusche und dem Wäsche waschen stand Mittagessen am Programm.Dieses Mal -> korsische Wurst und Käse.
Jene verursachten bei mir leichtes Unwohlsein am Nachmittag.
Kurz vorm Abendessen wars aber wieder vorbei. Nudeln und kors. Rotwein renkten alles wieder ein ;-)
Als draussen die Sonne hinter den Bergen verschwand, tauchten dichte Nebelschwaden auf und die Temperatur sank rasch ab.
Bald verkrochen wir uns in unsere "Kojen" und kurz nach 21 Uhr wurde bereits geschlafen...
(oder es wurde zumindest versucht zu schlafen)
Etappe 7: Ref. Pietra Piana - Ref. L'Onda
(Aufstieg: 500hm, Abstieg: 900hm, Gehzeit: ~5,5 Std.)
Nach einer stürmischen Nacht, gab es zu Sonnenaufgang erneut wolkenlosen Himmel.
Heute standen zwei Varianten zur Auswahl. Eine längere durchs Tal, oder eine kürzere über viele Bergrücken.
Schnell waren wir uns eining und entschieden uns natürlich für die Bergvariante :)
Rosa im Anstieg zum Pinzi Corbini
Am Pinzi Corbini (2021m)
Der erste Gipfel mit Kreuz am GR20.
Abstieg zur Bocca D'Oreccia
hier grasten ein paar Mulis
Erster Blick zum Ref. L'Onda
Oh nein !!! Was sagen die beiden uns schon bekannten Franzosen ?
Flohalarm in der Onda-hütte :(
deshalb bereiteten wir uns ein zweites Mal auf eine Zeltnacht vor.
Nach der üblichen Kaltdusche und dem Wäsche waschen gabe es das ...
Mittagessen !
Heute: Ein korsisches Omelette, dazu das typische korsische Kastanienbier :)
Nachmittags ging es wieder auf Gumpensuche.
Und nach nicht all zu langer Suche...
... wurden wir wieder fündig.
Herrlich - diese Gumpen. Eine schöner als die andere.
Man kann sich gar nicht entscheiden in welche man zuerst hineinhüpft.
Jaaa - da hält man es aus und kann sich von den vormittäglichen Strapazen wieder erholen.
Als wir abends wieder beim Refuge eintreffen, plötzliche Unruhe ...
Ein große Ziegenherde trampelte an uns vorbei. Ab ins Gehege.
Für uns gab es heute leckere Gemüsesuppe ...
Danach Toni's schwierige Augen-"OP".
Andi stabilisierte, Rosa tröpfelte das Heilmittel ein, ich fotografierte und Christa lachte.
Die Hauptspeise ließ etwas auf sich warten. Dafür gab es dann sehr gute korsische Lasagne !
Nach dem Abendessen gings zurück zum Zelt. Eine Ziege war neben unserem Zelt angebunden und graste. Sie war aber brav und blökte nur einmal kurz, mitten in der Nacht. Vielleicht weil sich ein Wildschwein in der Gegend herumtrieb. Deswegen wurde aus Sicherheitsgründen der ganze Zeltplatz umzäunt.
Na dann "Gute Nacht" !
... die so mancher hartgesottene Wanderer unter freiem Himmel verbrachte.
Aber mit einem guten Buch und einer Flasche Rotwein ist das durchaus machbar :))
Etappe 8: Ref. L'Onda - Vizzavona
(Aufstieg: 700hm, Abstieg: 1200hm. Gehzeit: ~6,5 Std.)
Und erneut erlebten wir heute einen schönen Sonnenaufgang.
Die ersten 2 Stunden ging es stets bergauf - aber noch war es kühl und wir kamen gut vorwärts.
Bis hinauf zum Bocca Muratello
Blick zuim Monte d'Oro (2389m)
Jetzt hatten wir mal wieder Zeit für ein "Fotoshooting"
Schattenfotos
und weils so Spaß macht noch eines.
Nach der langen Rast begaben wir uns auf den langen Abstieg nach Vizzavona
Bei dieser schönen "Doppelgumpe" mussten wir natürlich einen Badestop einlegen.
Zuschauer feuern Toni an ...
und Toni wagte den Sprung.
Etwas weiter unten, eine weitere schöne tiefe und langgezogene Gumpe.
Das nächste Chillout ...
Weiter im Tal unten, die englischen Wasserfälle, waren eher eine Enttäuschung.
Zwar ganz nett, aber viel zu überlaufen.
Deswegen wanderten wir weiter - zu unserer heutigen Unterkunft.
Nobel hobel, das Hotel Monte d'Oro. Auch das Gite war konfortabel.
Das letzte Foto beim Abendessen bevor wir Sabine in unserer Mitte begrüßen durften.
Natürlich floss zur Halbzeit- und "Sabine-Begüßungs"-feier heute abend noch einiges an Wein...
auch der der Wirt ließ sich nicht lumpen und ließ eine zusätzliche Flasche springen :)
Ende Teil 1
Fortsetzung folgt ... -> Teil 2