Wandern und Bergsteigen im Raum Oberösterreich, Salzburg, Steiermark...
na da hab ich mir was ausgetüfftelt ... fünf 2000er an einem Tag !!!!!
Eine wirkliche Herausforderung für mich ... besonders für Novemberverhältnisse.
Freitag nach der Arbeit gings mit Andi und Toni in die Steiermark. Andis Auto stellten wir zur Edelrautehütte, meines konnten wir bei den Schleppliften in Rottenmann parken. Von dort starteten wir um 15:30 Uhr unsere Tour. Via Weislhube und Scheibenboden gelangten wir über eine asphaltierte Straße zum Parkplatz Materialseilbahn. Leider kann man nur im Sommer bis hier herauf fahren.
Jetzt waren es nur noch 50 Minuten bis zum heutigen Ziel.
Weiter am Pilgerpfad der Religionen stiegen wir in der Abenddämmerung in Summe 800hm auf.
Nach 2 Stunden erreichten wir den Winterraum der Rottenmanner-Hütte. Welch freudige Überraschung.
Eine warme und gepflegte Unterkunft. Zudem waren wir hier ganz allein bzw unter uns.
Toni heizte gleich mal den Ofen an und kredenzte uns in Folge ein lukullisches Abendmahl...
Spaghetti Eintopf ala Toni. Der war fast so gut wie sein Schweinsbraten :)
unser Bierreservoir
unsere Mitbringsel
na dann "Prost" und auf a scheene Bergtour morgen !
Samstag 17. November 2012
7:30 Uhr: Abmarsch von der Rottenmanner-Hütte (Winterraum)
Nach 20min wandern wir am vereisten Glohbuckensee vorbei.
Nach weiteren 20 Minuten gab es im Sattel zwischen Stein am Mandl und Seegupf ersten Schneekontakt.
Schattseits der Berge war der Schnee oft hart und windgepresst.
Ob wir heute ohne Steigeisen und Pickel die Tour schaffen werden ???
Nach etwa 1 Stunde erreichten wir den Seegupf (2011m), unseren ersten 2000er. Unser Blick richtet sich zum Stein am Mandl (2043m), den wir rechts liegen gelassen haben.
Und weiter gehts - immer am 944er dem Bergrücken entlang.
Andi und Toni am zweiten 2000er, dem Diewaldgupf (2125m).
Der verrostete Gipfelbuchbehälter am Gipfel des Moserspitz (2230m), unserem dritten 2000er heute.
Nach kurzer Verschaunfspause gings weiter.
Hmmm ... aber wo ? Zum ersten Mal mussten wir ausweichen
Der eigentliche Abstieg vom Moserspitz liegt auf der Schattseite des Berges.
Die war uns aber zu gefährlich (zu steiles Schneegelände)
Die Sonnseite war ebenso steil
eine Querung war aber machbar.
yeah ... we did it ... the "show" must go on ...
hier unsere Ausweichroute südseitig des Moserspitzes mit einer roten Linie eingezeichnet
nun konnten wir wieder problemlos dem weiteren Gratwanderweg am 944er folgen.
es macht schon Spaß am Grat "herumzutanzen".
Einen Abstieg, zurück zur Rottenmannerhütte hätte es noch gegeben (944A). Kurz hab ich schon damit spekuliert, aber mein Ehrgeiz alle fünf 2000er zu packen war einfach zu groß.
Also weiter - der Hochhaide entgegen ...
der war schon etwas härter zu erklimmen
besonders der obere Abschnitt war aufgrund der Schneebedingungen nicht ganz einfach (für mich).
Am Gipfel des vorletzten 2000er heute.
Die Gipfelstürmer
Blick zum Almspitz (2188m)
Am Abstieg von der Hochhaide kam uns ein Pärchen mit Hund entgegen.
Sie berichteten uns, dass unsere "Abstiegsscharte" total vereist und nur mit Pickel und Steigeisen machbar ist. Dafür beschrieben sie uns eine alternativen Abstiegsweg.
Mit einem leicht mulmigen Gefühl ging es weiter. Auch der leichtere Abstieg via Moserscharte und Gemeinsee war nicht ratsam, da man in weiterer Folge die "Rübenkette" überqueren hätte müssen.
Also weiter den 944er entlang. Rückblick zur Hochhaide und zur Moserscharte.
Der erste Anstiegsteil zum Dreistecken ging noch problemlos.
im oberen Anstiegsteil kam ich dann an meine Konditionsgrenzen. Da brauchte ich schon etliche Verschnaufspausen und es ging nur mehr im Schneckentempo weiter...
Kurz vor 14 Uhr standen wir am Gipfel des Dreisteckens (2382m), dem höchsten Punkt unserer Tour.
Noch ein letztes, schnelles Gipfelfoto.
Dann wurde es spannend.
Wir mussten der vereisten Scharte ausweichen, nach inks queren in steiles Gelände.
zuerst noch relativ leicht abfallend
dann immer steiler werdend
Wir suchten uns eine halbwegs machbare Route. Toni hatte ein gutes Auge und machte den Pfadfinder.
Von seiner einstigen Höhenangst keine Spur mehr. Unten sieht man unser Ziel im Schatten, den gefrorenen See auf (2076m).
Andi im steilsten und gefährlichsten Abschnitt.
Die Sonne versteckte sich nun hinter dem großen bösen Stein. Ganz rechts die vereiste Scharte.
die vereiste Scharte im Zoom
Wie steil das Gelände unseres Notabstieges war, ist auf Fotos nur schwer ersichtlich zu machen.
Endlich ... das schlimmste liegt hinter uns.
Hurra, wir haben den Abstieg überlebt !
Es folgten weitere etwas zähe 1,5 Stunden durchs Ochsenkar bis zur Edelrautehütte, wo um 16:30Uhr unsere 9-stündige, harte, aber abenteuerliche Bergtour endete.
Die laaaaange Tour im Kartenformat.
Freitag: magenta markiert, Aufstieg 800hm
Samstag: rot markiert, Aufstieg 1300hm
gelbe Linie: die wilde und gefährliche Abstiegvariante zum gefrorenen See